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Ich wurde am 23. Januar 1976 in Erfurt geboren. Aufgewachsen bin ich in Obernissa. Dort habe ich bei Traktor Obernissa meine ersten Fußballerfahrungen gesammelt.

Von 1982 bis 1984 habe ich die Dorfschule in Klettbach, von 1984 bis 1991 die POS 4 „Augusto Cesar Sandino“ am Herrenberg und anschließend das Johann-Wilhelm-Häßler-Gymnasium am Rabenhügel besucht. Dort habe ich 1994 auch mein Abitur abgelegt.

In dieser Zeit habe ich begonnen, mich für Politik zu interessieren. Die Wende von 1989 brachte vor allem auch politische Freiheiten und völlig neue Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Durch die zahlreichen menschenverachtenden Angriffe gegen Asylbewerber Anfang der neunziger Jahre wurde ich dann endgültig politisiert.

Zunächst habe ich versucht, mich mit ein paar Freunden und einem selbst gegründeten Verein außerhalb der politischen Parteien zu organisieren. Als ich merkte, dass es bei den Jusos Gleichgesinnte gibt, trat ich dort bei.

Während meiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Volksbank Erfurt eG bis 1997 war ich Chefredakteur der Zeitung „morgenrot“, die die Jusos finanzierten. Später habe ich dann auch als Vorstandsmitglied der Jusos Thüringen politisch mitgearbeitet.

Kurze Zeit später trat ich in die SPD ein. Im September 1995 wurde ich in den Vorstand der Erfurter SPD gewählt. Die politische Arbeit hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn mir manche Sitzung oft zu lange gedauert hat.

Anscheinend fanden ein paar Sozialdemokraten, dass man auf mich zählen kann. Sie fragten mich im Frühjahr 1997, ob ich bereit wäre, für den Bundestag zu kandidieren. Ich leistete gerade meinen Zivildienst in der Erfurter Jugendherberge und dachte darüber nach, was ich danach studieren würde und welche Länder ich bereisen wollte. Nach längerer Bedenkzeit stimmte ich schließlich zu und wurde am 7. November 1997 von der Erfurter SPD als Bundestagskandidat nominiert.

Am 27. September 1998 wurde ich von den Erfurterinnen und Erfurtern mit 36,5 Prozent der Stimmen direkt in den Deutschen Bundestag gewählt. Damals war ich mit 22 Jahren der jüngste Abgeordnete seit Gründung der Bundesrepublik, was einen ziemlichen Medienrummel hervorgerufen hat.

Ich wurde Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages und dort Berichterstatter für den Haushalt des Bundesjustizministeriums und des Bundesverfassungsgerichts.

In der gleichen Wahlperiode war ich später noch Mitglied im Sonderausschuss „Maßstäbegesetz/ Länderfinanzausgleich“, wo ich einen nachhaltigen Einblick in die komplizierte Struktur unseres föderalen Finanzsystems erhalten habe. Als einziger Vertreter aus Thüringen habe ich dazu beigetragen, dem Osten auch mittelfristig eine Perspektive zu sichern.

Zwar wurden neben mir auch einige andere jüngere Abgeordnete in wichtige Funktionen gewählt, aber die entscheidenden Positionen waren doch von älteren Kollegen besetzt, die uns nicht immer zuhörten.

Offensichtlich waren die Erfurter mit meiner Arbeit zufrieden; am 22. September 2002 wählten sie mich mit 42,1 Prozent der Erststimmen für den Wahlkreis Erfurt erneut in den Deutschen Bundestag. 

Ich wurde erneut Mitglied im Hauhaltsausschuss und Berichterstatter für den Haushalt des Bildungs- und Forschungsministeriums.

In dieser Legislatur hat mich ein Erlebnis ganz besonders geprägt: der Amoklauf am Erfurter Gutenberggymnasium am 26. April 2002 und seine fatalen Folgen. Im Rahmen einer aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag hatte ich als direkt gewählter Erfurter Abgeordneter die schwierige Aufgabe, für das eigentlich Unfassbare die passenden Worte zu finden.

Nach den überraschenden Neuwahlen im September 2005 zog ich erneut als direkt gewählter Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein und bin heute haushaltspolitischer Sprecher meiner Fraktion.

Unterdessen habe ich meine langjährige Freundin Katja geheiratet. Neben meiner verantwortungsvollen politischen Funktion stehe ich auch privat vor neuen und spannenden Herausforderungen: Meiner 2006 geborenen Tochter Marie und meiner 2008 geborenen Tochter Luise ein guter und liebevoller Vater zu sein. 

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